Sonntag, 18. November 2012

Seite für Seite für Seite


Ein buntes Durcheinander mit Kaffeeflecken und abgeknickten Seitenecken liegt vor mir. Es gehört nicht nur besondere Körperbeherrschung dazu, akribisch nach jedem Fehler zu suchen, nein, es ist noch viel anstrengender, all die kleinen Fehler - und sei es nur auf Seite zweiunddreißig ein fehlender Punkt - stupide in das digitale Skript einzuhacken. Anders kann ich es nicht beschreiben. Ich nehme mir eine Seite nach der anderen vor, suche die angestrichenen Fehler und ändere sie im digitalen Skript ab. Seite für Seite, Satz für Satz.
Und ich wette, dass ich noch nicht allen Fehlern den Garaus gemacht habe. Das werde ich spätestens dann sehen, wenn Familie und Freunde ihre kontrollierten Skripte zurückgeben.
Erfreulicherweise gibt es auch Stellen, bei denen ich kreativer arbeiten kann. Meist handelt es sich dabei um unverständliche Erzählabläufe (kennt ihr das, wenn ihr gerade so richtig im Schreibfluss seid und sich die Gedanken förmlich überschlagen?) oder um die nicht ausreichend ausgearbeitete Motivation für bestimmte Handlungen der Charaktere.
Außerdem gibt es Passagen, die umgeschrieben werden müssen, weil sie vom Ausdruck her unmöglich oder schlichtweg zu lang sind.
Alles in allem ist es mühsame Kleinarbeit, die aber absolut notwendig ist, wenn ich möchte, dass das Skript nicht gleich im Mülleimer des Lektors landet. Darüber hinaus wäre es mir mehr als peinlich, einem Verlag ein minderwertiges Skript vorzustellen, und gleichzeitig zu erwarten, dass es verlegt wird.
Und weiter geht’s.